Fragezeichen oder kein Fragezeichen? Das ist hier die Frage!

Der Name sagt es bereits: Ein Fragezeichen steht am Ende einer Frage.

Manchmal ist es aber gar nicht so einfach zu entscheiden, ob etwas eine Frage ist oder nicht.

Nehmen wir zum Beispiel die Überschrift dieses Beitrags. Sie hätte auch, etwas abgewandelt, so lauten können: Fragezeichen oder kein Fragezeichen – das ist hier die Frage! Oder: Fragezeichen oder kein Fragezeichen, das ist hier die Frage. Und schon ist der ursprüngliche Fragesatz im Aussagesatz untergegangen, und mit ihm natürlich auch das Fragezeichen.

Ein weiteres Beispiel: Im obigen Satz „Manchmal ist es aber gar nicht so einfach zu entscheiden, ob etwas eine Frage ist oder nicht“ wäre so mancher versucht,  am Ende ein Fragezeichen zu setzen, da ja „ob etwas eine Frage ist oder nicht“ auf eine Frage hindeutet. Noch stärker ist diese Tendenz in Sätzen wie „Ich frage mich, ob das Wetter heute hält und wir grillen können“. Hier hilft es nur, sich den Gesamtsatz anzusehen und zu entscheiden, welche Art von Satz der Hauptsatz ist: Ist es ein Frage- oder ein Aussagesatz? In den genannten Beispielen ist es jeweils ein Aussagesatz: „Manchmal ist es aber gar nicht so einfach zu entscheiden“ und „Ich frage mich“.

Tja, und schon lauert der nächste Fallstrick. Sie ahnen schon, was nun kommt, nicht wahr? Ganz genau: „Sie ahnen schon, was nun kommt“ ist ein ganz normaler Aussagesatz, doch durch das Anhängsel „nicht wahr?“ wird er insgesamt zu einer Frage. Dasselbe gilt natürlich auch für „oder?“, „stimmt’s“ usw. Als kleine Hilfestellung kann hier dienen: Dass durch diese Zusätze aus dem Aussagesatz eine Frage wird, lässt sich relativ leicht durch die fragende Betonung am Ende des Satzes erkennen.

3 Gedanken zu “Fragezeichen oder kein Fragezeichen? Das ist hier die Frage!

  1. Danke für diese Hinweise!
    Ich beobachte schon sehr häufig, dass Menschen an Stellen Fragezeichen setzen, an denen ich ein anderes Satz-Ende-Zeichen verwendet hätte. Jetzt bin ich wieder etwas sicherer, dass mich mein Gefühl zum richtigen Zeichen lotst – und ich erinnere mich bestimmt auch an die Argumentation, die mein Gefühl stützt.

  2. Endlich wieder ein Beitrag aus dieser Orientierungs-Werkstatt. Danke.

    Mir ist das von meiner Vorkommentatorin beschriebene Phänomen noch nicht so aufgefallen, aber vielleich gehöre ich selbst zu denen, die das Fragezeichen zu unbekümmert gebrauchen?* Ich werde das beobachten.
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    * Hier gehört das Fragezeichen aber hin, oder? Hinter das »oder« so wie so. Das steht ja im Blogpost.

    1. Ja, man kann einen Aussagesatz durch ein Fragezeichen am Ende (und entsprechende Betonung) ganz ohne jegliche Umstellung zu einer Frage machen.

      Wenn man aber in meinem Beispiel oben („Ich frage mich, ob das Wetter heute hält und wir grillen können“) am Ende ein Fragezeichen setzt, dann drückt man nicht seine Unsicherheit bezüglich des Wetters aus, sondern man fragt, ob man sich das tatsächlich fragt.

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